Elterninfo- FAQ

Hier haben wir häufig gestellte Fragen zusammengetragen, die vielleicht auch Ihnen am Herzen liegen. Für Anregungen und Ergänzungen sind wir dankbar. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf!

Verbieten hat fast immer einen gegenteiligen Effekt: Die Bonbons oder Lutscher werden umso interessanter. Versuchen Sie lieber herauszufinden, wie Sie vielleicht selbst dazu beitragen, dass Ihr Kind so gerne Süßigkeiten mag. Naschen Sie vielleicht selbst gerne? Wie sehen Ihre Einkaufs-, Ess- und Kochgewohnheiten aus? Der beste Rat in Sachen Ernährung: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Bieten Sie Ihrem Kind viel Obst an; stellen Sie eine Schale mit leckeren Früchten auf. Bieten Sie Nachspeisen mit so wenig Zucker wie möglich an. Legen Sie keine großen Vorräte von Süßwaren und Gebäck an.

Gemüse und Obst sind wegen ihres Reichtums an Nährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen unverzichtbar. Gewiss finden sich auch für Ihr Kind einige Arten, die es doch gerne isst. Außerdem können Sie Gemüse fein geraspelt oder zerkleinert in Suppen, Soßen oder anderen Speisen verstecken. Obst lässt sich fein gewürfelt unter Salate mischen. Kinder überwinden oft ihre Abneigung, wenn sie in Streifen geschnittene Gemüserohkost, z.B. Paprika, Gurken oder Kohlrabi, mit den Fingern essen (Fingerfood) und dieses eventuell noch in einen leckeren Dip tauchen dürfen. Auch wichtig: Gehen Sie selbst mit gutem Beispiel voran.

Nicht nur Erwachsene, auch sehr viele Kinder knirschen mit den Zähnen, der Fachausdruck dafür ist: Bruxismus. Für Bruxismus gibt es mehrere mögliche Ursachen: Ober- und Unterkieferzähne stehen nicht richtig zueinander verzahnt. Oder: Das Kind benutzt Knirschen als Schmerzableiter bei Zahnungsproblemen oder Ohrschmerzen. Hauptursache ist jedoch Stress (in der Schule oder in der Familie).

Auch wenn die meisten Kinder im Jugendalter aus dem Bruxismus „herauswachsen“, empfiehlt sich ein Besuch beim Kinderzahnarzt. Er wird die Zähne des Kindes auf „abgeknirschten“ Schmelz und auf kieferorthopädische Probleme untersuchen. Auch auf eine ungewöhnliche Abnützung der Zähne, Risse in der Zahnhartsubstanz, Empfindlichkeit und eventuelle psychologischen Faktoren, die zum Knirschen beitragen könnten, wird geachtet. Bei einer möglichen Gefährdung von bleibenden Zähnen (meistens Kinder über 9 Jahre) oder wenn Gesichts- und Kieferschmerzen auftreten, kann eine Schutzschiene nötig werden. Die Schiene wird individuell gefertigt und während des Schlafens getragen.

So können Sie selbst Ihrem Kind helfen:
Versuchen Sie herauszufinden, was Ihr Kind womöglich belastet.
Lassen Sie Ihr Kind warm baden oder duschen, bevor es zu Bett geht
Spielen Sie beruhigende Musik, wenn es zu Bett geht
Lesen Sie ihm aus seinem Lieblingsbuch vor
Nehmen Sie sich Zeit für das „Zu-Bett-gehen-Ritual

Fluorid, ein Spurenelement in unserem Organismus, härtet den Zahnschmelz, macht die Zähne wiederstandsfähig gegen die Säureangriffe der Bakterien. Fast immer ist die mit der Nahrung aufgenommene Menge unzureichend. Deshalb empfehlen wir eine zusätzliche Fluoridgabe. In Frage kommen: fluoridhaltige Zahnpasten oder Spüllösungen; Lack oder Gel; im Mund aufzulösende, also lokal wirkende Tabletten.
Eine andere Möglichkeit: Das Fluorid wird über die Blutbahn zugeführt – in Form von Tabletten oder fluoridierten Nahrungsmitteln (zum Beispiel: Speisesalz). In der Praxis überlegen wir gemeinsam mit Ihnen, welche Form für Ihr Kind am sinnvollsten ist.

Rund 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind besonders anfällig für Karies. Mit der Speicheltest-Diagnostik lässt sich feststellen, ob auch Ihr Kind zu dieser Risikogruppe gehört. Dabei werden folgende Faktoren untersucht:
Wieviel Speichel wird produziert? Je höher die Menge, desto besser der Schutz für die Zähne.

Wie stark ist die Säureneutralisierung durch den Speichel?
Je ausgeprägter sie ist, desto weniger Karies.

Wieviele Laktobazillen sind vorhanden?
Ein hoher Anteil bedeutet einen hohen Zuckerkonsum und daher ein höheres Risiko.

Enthält der Speichel Streptokokkus mutans Bakterien?
Diese Bakterien verursachen Karies.

Je nach Testergebnis entwickeln wir einen Vorsorge- und Therapieplan für Ihr Kind.

Die Angst vor dem Zahnarzt ist nicht angeboren! Unser Praxiskonzept ist darauf ausgerichtet, dass unsere kleinen Patienten die Behandlung angstfrei erleben und somit der Zahnarztbesuch zur positiven Erfahrung wird. Dabei sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen! So unterstützen Sie am besten Ihr Kind:

VOR DEM TERMIN

  • Äußern Sie sich über eigene Zahnarzterfahrungen nur positiv! Sollten Ihnen positive Erfahrungen fehlen, schweigen Sie lieber.
  • Vermeiden Sie den klassischen Satz „Das tut nicht weh.“ Ihr Kind hört heraus: Es könnte weh tun.
  • Versprechen Sie keine Belohnung! Das Gefühl, sich etwas verdienen zu müssen, verstärkt den Druck.

IN DER PRAXIS

  • Informieren Sie uns über Eigenheiten und Krankheiten Ihres Kindes! So können wir uns optimal auf Ihr Kind einstellen.
  • Überlassen Sie uns die Führung Ihres Kindes! Kinder können nicht gleichzeitig auf zwei Erwachsene hören.
  • Lassen Sie Ihr Kind antworten! Ihr Kind soll im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen.
  • Loben Sie Ihr Kind nach der Behandlung! Das stärkt sein Selbstvertrauen und macht es mutiger.

Nuckeln ist ein natürlicher Vorgang und befriedigt elementare Bedürfnisse des Babys. Nach dem 7. Lebensmonat sollte intensives Lutschen aber auf sanfte Weise abgewöhnt werden. Denn dadurch können Zahnfehlstellungen hervorgerufen oder angeborene Fehlstellungen verstärkt werden. Ein paar Tipps: Geben Sie einen Schnuller nur, wenn das Kind sonst am Daumen lutscht; vermeiden Sie es, den Schnuller als „Tröster“ einzusetzen; stillen Sie Ihr Baby mindestens sechs Monate.
In der Praxis können wir Sie gezielt beraten. In einigen Fällen lassen sich durch Lutschen verursachte Zahnfehlstellungen mit Hilfe einer Mundvorhofplatte korrigieren.

Die Schmerzausschaltung mittels Lachgas ist einfach, sicher und gerade für Kinder hervorragend geeignet. Über eine kleine Narkosemaske atmet der kleine Patient ein Lachgas-Sauerstoff-Gemisch ein. Er bleibt bei vollem Bewusstsein, wird aber in einen entspannten und euphorischen Zustand versetzt. Das vermindert das Schmerzempfinden und erhöht die Akzeptanz der Behandlungsschritte (zum Beispiel die Betäubungsspritze). Lachgasanalgesie ist keine Vollnarkose – nach Absetzen der Maske ist das Kind sofort wieder im Normalzustand.

Die bei Kindern so beliebten Säfte sind reich an verstecktem Zucker. Ein paar Beispiele: Ein Liter Fruchtnektar enthält ca. 50 Würfelzucker; ein Liter Limonade oder Orangensaftgetränk entsprechen 40 Würfelzucker; ein Liter Apfelsaftgetränk enthält immer noch ca. 35 Würfelzucker. Hinzu kommen pH-Werte, die sich in saurem Milieu befinden. Diese Säuren können dem Zahnschmelz schaden. Wir empfehlen daher:
Geben Sie Fruchtsäfte nur zu den Hauptmahlzeiten; zwischen den Mahlzeiten und nachts sollte das Kind nur Wasser bekommen.

Eine Hauptursache für Karies im Kleinkindalter ist das regelmäßige Nuckeln oder Saugen am Fläsch´chen. Nahezu jedes Getränk (Milch, Saft, Instant-Tee) außer Wasser kann auf diese Weise verabreicht Karies verursachen. Besonders gefährlich ist das Fläsch´chen in der Nacht, denn der Speichelfluss (wichtig für die Kariesabwehr) ist nachts um das 10fache niedriger als bei Tag.

Unsere Tipps: Gewöhnen Sie Ihrem Kind ab dem 10. Monat die Flasche langsam ab; geben Sie die Flasche nur zu den Mahlzeiten; nachts sollte das Kind nur Wasser bekommen; reinigen Sie die Zähne zweimal täglich mit einer weichen Zahnbürste; besprechen Sie mit dem Zahnarzt, ob eine Fluoridgabe sinnvoll ist.